Qwirkle – Spielkritik

Qwirkle

etwa €20
Qwirkle
7.2

Spielspaß

8/10

    Spielidee

    8/10

      Qualität des Spielmaterials

      3/10

        Antonias Bewertung

        9/10

          Thomas Bewertung

          8/10

            Pro

            • einfach zu erlernen
            • schnell Zwischendurch gespielt
            • langer Spielspaß

            Contra

            • mehrere Produktionsfehler beim Spielmaterial
            • Unnötige Begrenzung auf maximal vier Spieler
            • überdimensionierte Verpackung (zumindest bei Big Box)

            Erläuterungen zu den Bewertungen

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            Das Spiel Qwirkle

            Autor: Susan McKinley Ross

            Verlag: Schmidt Spiele GmbH

            Erscheinungsjahr: 2011

            Spieleranzahl: 2-4 (problemlos auch zu sechst spielbar)

            Altersempfehlung: ab 6 Jahre

            Qwirkle, hm irgendetwas stimmt doch mit dem Namen nicht. Aber was? Die Word-Rechtschreibkorrektur zeigt es rot unterstrichen an. Daher kommt der irritierende Beigeschmack, beim Lesen des Spielnamens. Beim zweiten prüfenden Blick wird auch klar warum. Qwirkle ist das wohl einzig bekannte Wort mit Q welches ohne ein folgendes u auskommt. Ein Fauxpas, welcher aber dem Spielehersteller sicher bekannt war, bei der Verbreitung des Spiels. Ob dies der Einzige Mängel ist, der in dieser Spielkritik aufgedeckt wird, kann der aufmerksame Leser gerne nachlesen.

            Nun aber zu dem Wesentlichen. Qwirkle ist ein Legespiel mit einfachen Regeln und räumte im Jahr 2011 den begehrten „Spiel des Jahres“-Preis ab. Wir haben das Spiel zu Weihnachten in der Bigbox-Variante geschenkt bekommen und haben es bereits am ersten Weihnachtsfeiertag mehrere Partien gespielt. Diese Spielkritik beschreibt nur die Grundform des Spiels und nicht die Sonderformen Qwirkle Select sowie Qwirkle Connect, die als Bonus in der Big Box mitgeliefert wurden.

            Das Spielprinzip

            Qwirkle ist denkbar einfach zu lernen und zu spielen, da das Spielprinzip äußerst simpel ist. Im Spiel müssen die Spieler reihum Steinchen mit farbigen Symbolen an die vorhandenen Spielsteine anlegen. Ziel ist es möglichst viele Punkte auf diese Art und Weise zu erzielen und den Gegnern keine Möglichkeit zu bieten beispielsweise einen Qwirkle auszuspielen. Ein Qwirkle ist eine Reihe von sechs unterschiedlichen Symbolen in einer Farbe oder einem Symbol in allen sechs Farben und er bringt Sonderpunkte.

            Ein Qwirkle

            Die lila-farbenden Spielsteine bilden einen Qwirkle

            Im Prinzip funktioniert das Ganze wie Scrabble, nur ohne ständigem nachschlagen im Duden. Es können beliebig viele (maximal sechs Spielsteine) auf einmal angelegt werden. Dies muss aber so geschehen, dass es in keiner Reihe zu einem Widerspruch der Spielsteine kommt. Es darf kein doppeltes Symbol (in einer Farbenreihe) und keine doppelte Farbe (in einer Symbolreihe) entstehen. Das klingt einfach und ist es eigentlich auch. Eigentlich! Trotz genauem betrachten der gelegten Spielsteine ist es uns schon mehrfach passiert, dass Runden später auffiel, dass etwas nicht stimmte. Dieser Fauxpas geht natürlich auf uns und kann den Machern nicht angekreidet werden, versteht sich.

            Qwirkle Beispielspiel mit 4 Spielern

            Beispielaufbau eines Qwirkle-Spiels. Es befinden sich drei direkte Qwirkle-Chancen (fünf passende Steine) auf dem Feld.

            Das ist das gesamte Spielprinzip und es wird deutlich, wie leicht es zu erlernen ist. Allerdings braucht es etwas Übung die optimalen Spielzüge zu erkennen, die in der jeweiligen Runde die meisten Punkte bringen. Zudem ist Voraussicht der Spieler von Nöten, um ggf. entstehende Qwirkle-Chancen in den nächsten Runden zu nutzen. Ein auf der Hand behalten von Steinen ist dafür manchmal cleverer, als ein paar Punkte mehr in der aktuellen Runde. Das begreift aber jeder Spieler spätestens nach wenigen Spielen.

            Verpackung und Verarbeitung

            Wir kommen zum größten Fehler der Produzenten dieses Spiels. Vielleicht haben wir auch einfach Pech mit unserem Exemplar gehabt aber die Verarbeitung ist schlecht. Das Erste was auffiel war, dass die Punktzählsteine aneinander klebten, als ob diese direkt nach dem Einfärben aneinander gedrückt wurden. Mit einem kräftigen Ruck konnten die Steine getrennt werden. Wie befürchtet waren die aneinander angrenzenden Seiten der Würfel beschädigt und die Hälfte dieser war ohne Farbe. Das erste Ärgernis war noch nicht richtig verdaut, da sahen wir uns die Spielpunkttafel an. Über die gesamte Tafel war ein Knick von unten nach oben zu sehen. Es betrifft nur die oberste Schicht aber schön aussehen tut es nicht. Das Spiel haben wir wohlgemerkt verschweißt geschenkt bekommen, sodass wir davon ausgehen, dass es neu und originalverpackt war. Wirklich enttäuschend diese Produktionsfehler! Da die Spielsteine keine Mängel zeigten und der Rest nicht essentiell zum Spielen ist, nahmen wir von einem Umtausch Abstand. Die Spielsteine selber sind aus massivem Holz (3×3 cm) und wirken sehr wertig.

            Lobend zu erwähnen ist das mitliefern eines Säckchens zum ziehen der Spielsteine. Da können andere Hersteller noch etwas lernen. Die Anleitung ist ebenfalls positiv zu erwähnen, da sie sehr leicht begreiflich geschrieben und bebildert ist.

            Was allerdings nicht geht und was wir auch schon bei anderen Spielen kritisiert haben, ist die viel zu große Verpackung. Ja wir haben die sogenannte „Big Box“-Variante aber das ist kein Grund die Verpackung überdimensional groß zu gestalten und uns somit den Platz in den Schränken zu klauen. Der Inhalt der Verpackung hätte auch locker in eine halb so große Verpackung gepasst.

            Qwirkle Verpackung

            Die überdimensionale Qwirkle Verpackung benötigt viel Platz im Schrank

            Der Inhalt von Qwirkle unterscheidet sich natürlich in der Big Box und in der normalen Variante. Die Standardvariante beinhaltet Folgendes:

            • 108 große Spielsteine
            • Ein Beutel für die Spielsteine
            • Eine Punktezähltafel
            • Vier Punktezählsteine
            • Eine 24 Seiten starke Anleitung (7 Seiten davon auf Deutsch, wovon für das Grundspiel von Qwirkle 3 genügen)

            Zusätzlich sind für die Erweiterungen der „Big Box“-Variante zwei beidseitig bedruckte Spielfelder aus Pappe beigelegt. Eines für Qwirkle Select und eines für Qwirkle Connect. Des Weiteren sind 12 Sternensteinchen aus Holz Teil des zusätzlichen Lieferumfanges.

            Anspruch und Glück

            Das Glück senkt die Waage eindeutig in seine Richtung und der Anspruch ist dementsprechend zurückgestellt. Als Spieler müssen einfach die richtigen Spielsteine gezogen werden, um viele Punkte zu sammeln. Zusätzlich ist der Glücksfaktor hoch, bei den Legungen der Gegenspieler. Wird eine gute Vorlage hingelegt, ist es einfach zu vollenden. Im Gegenzug kann man sich als Spieler gut ärgern, wenn ein Kontrahent den sicheren Qwirkle noch kurz vorher verbaut. Glück und Pech liegen bei dem Legespiel nahe beieinander.

            Als guter Qwirkle-Spieler benötigt man das Auge für die Situation. Nur wer das Spielfeld vollständig überblickt, kann auf Dauer viele Punkte generieren. Das Auge wird sicher durch stetiges spielen geschult aber ein Grundtalent für das richtige Sehen ist von Vorteil. Gerade in den späteren Phasen eines Spiels kann ein unerfahrener Spieler schnell den Überblick verlieren und somit lässt er sich viele Punkte entgehen.

            Ansonsten ist der Anspruch an den Spieler gering. Ein großes Taktieren ist, mit einigen kleinen Ausnahmen, nicht möglich. Ausnahmen für taktische Möglichkeiten können beispielsweise sein:

            1. eigene Steine zurückzuhalten, um eine Qwirkle-Chance später wahrzunehmen (z.B. können bereits vier in einer Reihe auf dem Spielfeld liegen und selbst hat man den passenden fünften Stein)
            2. Keinen fünften Stein hinlegen, da ansonsten ein Qwirkle leicht durch einen Gegner vervollständigt werden könnte.
            3. Gute Qwirkle-Chancen verhindern, wenn selbst nicht der passende Spielstein vorhanden ist.

            Neben diesen einfachen taktischen Möglichkeiten, ist es von Vorteil die Steine einer Art auf dem Spielfeld zu zählen, da jeder Spielstein genau dreimal existiert. Somit ist u.a. klar, wo noch Qwirkle möglich sind und wo nicht mehr.

            Spielspaß

            Wir favorisieren taktische Spiele und Qwirkle bietet in dem Bereich nicht sehr viel aber trotzdem kann das Spielkonzept überzeugen und der Spielspaß ist gegeben. Es macht einfach Spaß Qwirkle mit Freunden zu spielen und durch die Einfachheit der Regeln, erlernt ein Jeder das Spiel recht schnell. Gerade für Zwischendurch ist das Legespiel gut geeignet und bereitet dabei Freude. Besonders das „Ärgern“ der Gegenspieler sorgt immer wieder für ein inneres Grinsen. Das ständige Umdenken, dank der permanenten Veränderung der Situation sorgt zusätzlich für Spielreize.

            Nahaufnahme Qwirkle Spielsteine

            Einzig für den Spielpunktezähler kann es etwas nervig werden, da er kaum noch hinterherkommt. Es gibt immer wieder Spielphasen, wo es Schlag auf Schlag geht. Bevor der Punktezähler die neuen Spielpunkte des einen Spielers angerechnet hat, hat der Nächste bereits gespielt. Das bedeutet teilweise richtigen Stress für den Armen. Wenn er dann noch schief angeguckt wird, weil er so lange überlegt, da er erst damit anfangen kann, wenn er an der Reihe ist (im Gegensatz zu den anderen Spielern) ist eine Abgabe der ehrenvollen Aufgabe nicht ausgeschlossen. Dies ist dramatisiert aber nicht sehr.

            Preis-/Leistungsverhältnis

            Das Legespiel ist relativ günstig auf dem Markt zu erwerben. Dabei gibt es hauptsächlich zwei Varianten zu kaufen, das Grundspiel Qwirkle und die Qwirkle Big Box mit den zwei zusätzlichen Varianten Select und Connect. Die einfache Variante kostet aktuell 20 und die große 33 Euro beim Versandhändler Amazon. Der Preisunterschied zwischen den Varianten ist also relativ hoch und ob sich die Mehrkosten lohnen werden wir dir in einer zukünftigen separaten Spielkritik mitteilen, welche sich mit den Spielvarianten auseinandersetzt.

            >> Qwirkle bei Amazon >> Qwirkle Big Box bei Amazon

            Antonias Avatar

            Qwirkle macht einfach Spaß.

            Die Steine sind schön bunt, die Regeln sind einfach, das Spiel eigentlich auch und doch: die strategische Entscheidung auf Steinen sitzen zu bleiben - um vielleicht doch irgendwann einen Qwirkle zu machen - oder sie auszuspielen - um Platz für neue Möglichkeiten zu schaffen, sorgt für ein munteres Spiel. Und oftmals hat sich dann ja doch schon alles wieder verändert, bis man dran ist.

            Mir macht Qwirkle richtig Spaß und daher sage ich: sehr empfehlenswert!

            Antonia über Qwirkle

            Thomas's Avatar

            Das Spiel ist schon sehr unterhaltsam und bereitet vor allem mit mehreren Spielern viel Spaß. Allerdings bin ich wirklich über die Produktionsfehler verärgert, da (auch wenn es ein Weihnachtsgeschenk war) Qwirkle nicht zu den billigsten Exemplaren auf dem Markt gehört. Für den Preis erwarte ich zumindest eine gute Verarbeitung.

            Ansonsten fehlen mir die tiefergreifenden taktischen Möglichkeiten bei dem Spiel. Trotz des hohen Glücksanteils können Taktiken im kleinen Rahmen entwickelt werden aber weitgehende Strategien sind nicht möglich. Für Zwischendurch oder für einen Spielabend mit Freunden, die nicht so häufig Gesellschaftsspiele spielen, ist es trotzdem sehr gut geeignet. Das Spiel macht Spaß und es ist wirklich wie Scrabble ohne Buchstaben.

            Thomas über Qwirkle

            Fazit

            Das wir das Spiel Qwirkle unser Eigen nennen ist sicher kein Fehler, da es doch viel Spaß bereitet aber die Produktionsfehler, die zumindest unser Exemplar aufweisen, werfen ein schlechtes Bild auf die Schmidt Spiele GmbH. Auch die viel zu große Verpackung ist ein vermeidbarer Fehler, der vielen Spielern übel aufstoßen wird. Ein weiterer unnötiger Fehler, der sicher durch die Erweiterungen geschuldet ist, ist die Spielerbegrenzung auf maximal vier Spieler. Das Spiel funktioniert problemlos zu sechst, wie wir getestet haben, nur die Punktzählsteine fehlen. Gott sei Dank hatten wir zwei Alternativen zur Hand. (Was für eine Überraschung) Das einfache Dazulegen von zwei Steinchen würde Qwirkle dadurch weit attraktiver machen für Spieler, die oft in größeren Runden spielen.

            Trotz der Mängel ist das Legespiel Qwirkle zu empfehlen, da es für groß und klein eine Menge Spielspaß bereitet. Der Glücksfaktor ist durch das Ziehen der Spielsteine relativ hoch aber trotzdessen macht eine gelegentliche Spielrunde einfach Spaß. Die einfache Erlernbarkeit des Spieles macht Qwirkle zu einem idealen Spiel für Spielabende, wo nicht alle das Legespiel kennen. Wenige Minuten reichen, um selbst jüngeren Kindern (ab 6 Jahren) das Spiel vollständig zu erklären.

            Autor: thomas

            Thomas spielt bereits sein Leben lang. Gerade strategische Brettspiele haben es ihm angetan. Vor allem gegen Antonia gibt es immer wieder tolle Duelle auf Augenhöhe. Spaß am Spiel und immer wieder neue Herausforderungen stehen für Thomas im Mittelpunkt.

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